Die dünne blaue Linie: Eine freie OPEC+-Kapazität unter vier Millionen Barrel pro Tag ist die Kennzahl, die es zu beobachten gilt.
Die Produktionspuffer des Kartells sind im ersten Quartal 2026 stetig geschrumpft. Da Saudi-Arabien dreiundsechzig Prozent des Spielraums hält, könnte ein einziger Versorgungsvorfall die Hälfte des globalen Polsters in einer Woche aufzehren.
Die Produktionspuffer des OPEC+-Bündnisses sind im gesamten ersten Quartal 2026 stetig geschrumpft. Laut dem Mai-Ölmarktbericht der IEA verbleiben 3,8 mb/d freie Kapazität im System — der niedrigste Wert seit Februar 2022 und rund 0,3 mb/d unter dem Fünfjahresdurchschnitt.
Die Konzentration zählt ebenso viel wie die Summe. Saudi-Arabien allein stellt 2,4 mb/d des Polsters, die Vereinigten Arabischen Emirate steuern weitere 0,9 mb/d bei. Die verbleibenden 0,5 mb/d verteilen sich auf fünf weitere Produzenten — jeder mit weniger als einhundertfünfzigtausend Barrel Spielraum.
Ein koordinierter Versorgungsvorfall im Persischen Golf könnte die Hälfte des globalen Polsters binnen sieben Tagen aufzehren.
Diese Arithmetik verleiht dem Szenario HORMUZ-2026 sein unbequemes Gewicht. In unserem Basisfall sind zwei Drittel der verfügbaren freien Kapazität bis zum dritten Tag mobilisiert; das Polster erreicht sein Vorfall-Niveau erst nach vierzehn Wochen wieder.
Die europäischen Gasspeicher setzen ihre saisonale Befüllung bei 78,3 % fort, deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt, und der FAO-Nahrungsmittelpreisindex stieg leicht auf 121,4 Punkte. Zwei prospektive Szenarien — eine Störung des Transits durch die Straße von Hormuz und eine Schließung des Schwarzmeer-Getreidekorridors — bleiben in erhöhter Beobachtung.